Auf dieser Seite wollen wir Ihnen eine wahre Geschichte aus unserer Umgebung erzählen !
Die Sauerlandhütte des Deutschen Alpenvereins -Sektion Essen-
genannt im Volksmund : Alpenhaus
Im Jahre 1934 wurde die Hütte in 650 m Höhe am Westhang
des ,,Kahle Berg " (711 m) erbaut .
Die Güter für den Unterhalt des Hüttenwirtes und ihrer Gäste wurde anfangs mit dem Rucksack und ab 1949 von einem Esel
von Oberhundem zur Hütte getragen. Das Zirkustier und sein Nachfolger -ein Maultier- fanden selbständig den ,,Eselsweg" zur Hütte , wenn seinem Herrn das Bier zu lange mundete .
Deu Alpenhiuses Isel
Der Alpenhaus Esel
Et sind alt ne Riegel Johre vergohn ,
Es sind schon eine Reihe Jahre vergangen,
do har sie deu Alpenhiuses Wirt en Iesel int Ställeken dohn.
da hatte sich der Alpenhaus-Wirt einen Esel in den Stall gestellt.
Dät Rucksack driäen dat was iähme leid,
Das Rucksack tragen war ihm Leid,
dät is jo eok beschwerlek,wiu en jeder weit.
das ist ja auch beschwerlich wie ein jeder weiß.
De Wiäge weren schlecht un seo sagte heu sie met Recht,
Die Wege waren schlecht und so sagte er sich mit Recht,
seo-n Iesel, dät is grade dät Richtege dofiär.
so ein Esel, das ist gerade der Richtige dafür.
Doch deu Iesel,dät was en gefährleken Dunderwiär.
Doch der Esel, das war ein gefährlich übermütiges Tier.
Wann heu met Brocken schliepen nit iutlastet was,
Wenn er mit Sachen schleppen nicht ausgelastet war,
dann makere heu sie op siene Art Spaß.
dann machte er sich auf seine Art Spaß.
Heu wußte liuter en uäpen Luäk ime Stalle te fingen,
Er wusste immer ein offenes Loch im Stall zu finden,
un ehger sien Heer siek har bedacht,
und ehe sein Herr sich hatte bedacht,
soh heu ne alt in tem Nowersdärepe springen.
sah er ihn schon in das Nachbardorf springen.
Deu Wilemes han ne Heoert biem Hiuse stohn,
Die Willmes hatten ein Zauntor am Hause stehen,
deu het de Sieleweker Schaulekinger maneg mol op de Strote dohn
das stellten die Selbecker Schulkinder so manches Mal auf die Straße
un her ne ophällen dermet, bit dät sien Heer kam
und hielten ihn damit auf, bis sein Herr kam
un jiät ne wier no-m Alpenhiuse lett.
und ihn wieder zurück führte .
Tau der Tiedt, ase deu Iesel seo ame Spauken was,
Zu der Zeit , als der Esel so herumspukte,
do makeren iärek deu Stelber Mannsluie en greoten Spaß.
da machten sich die Stelborner Mannsleute einen großen Spaß.
Will dät deu Hiellerdracht soll iuwer Stelbern kummen,
Weil die Fronleichnamsprozession über Stelborn kommen sollte,
wollen seu eis en Hiellenhuisken dogiene buggen,
wollten sie erst ein Heiligenhäuschen (Segensstation) dort bauen.
Niu was et en paar Dage fer der Hiellerdracht,
Nun war es ein paar Tage vor der Fronleichnamsprozession,
se han iähre Biggerei fast taum gurren Enge bracht.
als sie ihr Bauwerk fast zu einem gutenEnde gebracht hatten
Met witter Farewe weren se neo en wäneg ame hanteiern,
Mit weißer Farbe mussten sie noch ein wenig am hantieren,
do kam deu Alpenhiuses Iesel an te mascheiern.
da kam der Alpenhaus Esel an zu marschieren.
,,Wat is diäme dann in en Kopp gerohn,
,,Was ist dem denn in den Kopf geraten,
well deu eok met Hiellerdrachten gohn?
will der auch mit der Fronleichnamsprozession gehen?
Dann soll heu sie eis mol en Sunndages Wammes anteuhn !
Dann soll er sich erst einmal eine Sonntags-Jacke anziehen !
Ohne Schlips un Kragen we vieh diek nit dobie seuhn!
Ohne Schlips und Kragen wollen wir dich nicht dabei sehen!
Tuihst diu diek nit uendlek an,
Ziehst du dich nicht endlich an,
dann niähme vieh Pinsel un Farewe un strieket diek an !
dann nehmen wir Pinsel und Farbe und streichen dich an !"
Diäm Mauken Jupp, deu tau der Tiedt bie Peitz in Arewet was,
Dem (Schweißsocken) Jupp, der zu der Zeit bei Peitz in Arbeit war,
diäme makere dät Iesel strieken greoten Spaß.
machte das Esel-Streichen großen Spaß.
Heu sa-t diäm Dier op em Puckel un reiw diän Pinsel hien un hiär
Er saß dem Tier auf dem Rücken und rieb den Pinsel hin und her
un molere me en gestriebelt Jieppes dogien.
und malte ihm eine gestreifte Jacke dahin.
Diäm Iesel peß deu Striekerie gänz un gar nit.
Dem Esel passte die Streicherei ganz und gar nicht.
Keun Wunder dät seon Dier dann ime siek schlätt un bitt!
Kein Wunder, dass so ein Tier dann um sich schlägt und beißt !
Deu Iesel deh en Bie-est bit no der Brigge gien,
Der Esel galoppierte bis zur Brücke ,
schmeit diän Jupp in de Sielweke un sprang dann hinger me drin.
warf den Jupp in die Selbecke (Bach) und sprang dann hinter ihm hinein.
Heu jiär me eis mol et Hiemed terrieten
Er hat ihm erst einmal das Hemd zerrissen
un dann diän Jupp gehereg in en Armen bie-eten.
und dann dem Jupp gehörig in den Arm gebissen.
Et konn eis keumes met diäm Dier schengen
Es konnte erst keiner mit dem Tier schimpfen
un diän Iesel op et Riggespuär brengen,
und den Esel unter Kontrolle bringen ,
denn heu peck de Beine op en Puckel un satte tem Berege rop.
denn er packte die Beine auf den Rücken und lief zum Berg hinauf.
Woleken van Melem steowen hinger me op.
Wolken von Staub stiegen hinter ihm auf.
Deu Iesel har de Hiellerdracht hinger sie,
Der Esel hatte die Fronleichnamsprozession hinter sich,
un de Jupp kureierde ime Krankenhiuse
und der Jupp kurierte im Krankenhaus
diän weihen Armen van der Bieterie.
von den Bissen verletzten Arm.
Plattdeutsch von
Elisabeth Kaiser
1961